Zwei Weltkriege hat das große rote Backsteingebäude unversehrt überstanden. Im Jahr 1899 hat die Schule zunächst als Volksschule mit 717 Kindern in elf Klassen - nach Geschlechtern getrennt, ihren Betrieb aufgenommen. Daher gibt es auch heute noch zwei Schulhöfe. Sie galt mit einer Turnhalle und einer "Brausebadeanstalt" als eine der modernsten Schulen Kölns. Schon im ersten Jahr benutzen 10 000 Menschen die installierten Duschen - eine willkommene Abwechslung zu dem Waschzuber in der heimischen Küche.

Das Leben vor über hundert Jahren sah anders aus als heute: Straßenbahnen wurden von Pferden gezogen, es gab kein elektrisches Licht, und eine Heizung wurde erst 1926 installiert. Im ersten Weltkrieg diente das Gebäude als Kaserne, im zweiten konnte nur ein eingeschränkter Schulbetrieb stattfinden. Erst 1945 begann wieder ein regelmäßiger Unterricht, diesmal mit neun Schulklassen mit 50-60 Kindern pro Klasse. Die Stephan-Lochner-Schule war zu der Zeit die einzige nicht zerstörte Schule in der Umgebung.

In den 90er Jahren wurden in der Schule nur noch etwa 100 SchülerInnen zwischen 6 und 10 Jahren unterrichtet. Der hundertste Geburtstag wurde am 25. September 1999 mit einem großen Fest gefeiert, bei dem auch ehemalige Schüler anwesend waren.

Aus der Festrede zum hundertsten Geburtstag stammt das folgende Zitat der ehemaligen Schulleiterin Frau Lenders, das seine Gültigkeit bis heute nicht verloren hat:

"Das Besondere an unserer Schule ist die Multinationalität. Neben den vielen deutschen Schülern besuchen sog. "Seiteneinsteiger" unsere Schule. [...] Alle lernen das Miteinanderleben. Die Kinder fühlen sich wohl hier, und wir versuchen, allen das Rüstzeug fürs Leben mit auf den Weg zu geben."

 

Den Namen verdankt die Schule einer Initiative des ehemaligen Schulleiters Herrn Commer. Stephan Lochner ist ein weltbekannter Maler der Kölner Malschule im Mittelalter und hat das bekannte Marienbild, ein Triptychon im Kölner Dom gemalt.

 



Mit Zeugnissen von heute ist dieses Zeugnis aus dem Jahr 1949 nicht mehr zu vergleichen, doch als Zeitzeugnis eine interessante Lektüre.